AS4-Protokoll
Ein auf dem OASIS ebMS 3.0 Standard basierendes Nachrichtenprotokoll für den sicheren, verschlüsselten und zertifikatsbasierten Datenaustausch zwischen Marktteilnehmern im EDA-Netzwerk. AS4 regelt, wie Verbrauchsdaten, Stammdaten und Consent-Nachrichten zwischen Netzbetreibern und berechtigten Dritten übertragen werden.
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Consent (Datenfreigabe)
Die Zustimmung eines Endkunden, dass ein berechtigter Dritter auf seine Smart Meter Daten über das EDA-Netzwerk zugreifen darf. Der Consent wird über das Online-Portal des zuständigen Netzbetreibers erteilt und kann jederzeit widerrufen werden. Der Prozess ist DSGVO-konform standardisiert und regelt genau, welche Daten in welcher Granularität an welchen Marktteilnehmer übermittelt werden.
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E-Control
Die österreichische Regulierungsbehörde für den Strom- und Gasmarkt. Die E-Control überwacht den Wettbewerb, veröffentlicht Marktstatistiken — darunter die offiziellen Smart-Meter-Rollout-Zahlen — und setzt regulatorische Vorgaben um. Die im ElWG-Artikel genannten Zahlen (6,53 Millionen Smart Meter, 96,9 % Abdeckung) stammen aus den E-Control-Statistiken.
EDA (Energiewirtschaftlicher Datenaustausch)
Österreichs zentrale Infrastruktur für den standardisierten Austausch von Energiedaten zwischen Marktteilnehmern. Über 120 Netzbetreiber und mehr als 300 Teilnehmer sind an das EDA-Netzwerk angebunden. Es basiert auf dem AS4-Protokoll (OASIS-Standard) und ermöglicht den consent-basierten Datenaustausch — von Verbrauchsdaten über Stammdaten bis hin zur Marktkommunikation.
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ElWG (Elektrizitätswirtschaftsgesetz)
Das neue österreichische Elektrizitätswirtschaftsgesetz, beschlossen am 11. Dezember 2025. Es macht Viertelstundenwerte zum Standard (Opt-out statt Opt-in), schafft neue Marktteilnehmerrollen wie Aggregatoren und Flexibilitätsdienstleister und regelt die gemeinsame Energienutzung. Das ElWG ist die rechtliche Grundlage für die nächste Phase der Energiewende in Österreich.
Energiegemeinschaft
Ein rechtliches Konstrukt, das es mehreren Parteien ermöglicht, lokal erzeugte erneuerbare Energie zu teilen. Mitglieder können Solarstrom innerhalb von Gebäuden, Quartieren oder Regionen gemeinsam nutzen. Es gibt verschiedene Formen: Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften (EEG), Bürgerenergiegemeinschaften (BEG) und die gemeinsame Energienutzung auf vertraglicher Basis.
Lastprofil
Eine Zeitreihe von Energieverbrauchs- oder Einspeisewerten, typischerweise in 15-Minuten-Intervallen. Lastprofile werden für Abrechnung, Prognosen und die Optimierung des Energieverbrauchs verwendet. In Österreich liefern Smart Meter diese Daten automatisch — bei aktivierten Viertelstundenwerten in der höchsten verfügbaren Auflösung.
Netzbetreiber (Verteilernetzbetreiber)
Der Betreiber des lokalen Stromverteilnetzes. Zuständig für den Betrieb der Smart Meter, die Datenerhebung und die Bereitstellung der Messdaten über das EDA-Netzwerk. In Österreich gibt es über 120 Verteilernetzbetreiber — von großen Landesversorgern bis zu kleinen kommunalen Betreibern. Der Netzbetreiber ist die „zentrale Datendrehscheibe“ für alle Endkundendaten.
Netznutzungsentgelt
Die Gebühr für die Nutzung des Stromverteilnetzes, die alle Stromkunden an ihren Netzbetreiber zahlen. Das Netznutzungsentgelt ist ein fester Bestandteil der Stromrechnung und wird von der E-Control reguliert. Der Sommer-Sonnenrabatt reduziert diese Gebühr um 20 % in den Monaten April bis September (10:00–16:00 Uhr), sofern Viertelstundenwerte am Zählpunkt aktiv sind.
Opt-in / Opt-out
Modelle zur Aktivierung der Viertelstundenwerte-Übertragung bei Smart Metern. Im bisherigen Modell (Opt-in) mussten Kunden die Übertragung aktiv beim Netzbetreiber anfordern — nur rund 12,6 % haben das getan. Mit dem neuen ElWG gilt Opt-out: Viertelstundenwerte sind standardmäßig aktiv. Kunden können die feinere Granularität deaktivieren, wenn sie das wünschen.
Smart Meter
Ein digitaler Stromzähler, der den Verbrauch in 15-Minuten-Intervallen erfasst und die Daten per Fernübertragung an den Netzbetreiber übermittelt. In Österreich sind 6,53 Millionen Smart Meter installiert — das entspricht einer Abdeckung von 96,9 %. Smart Meter ersetzen die alten analogen Ferraris-Zähler und sind die technische Grundlage für Energiegemeinschaften, dynamische Tarife und datenbasierte Energiedienstleistungen.
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Sommer-Sonnenrabatt
Ein 20-prozentiger Rabatt auf die Netznutzungsgebühren von April bis September, zwischen 10:00 und 16:00 Uhr. Der Sommer-Sonnenrabatt soll den Verbrauch in Zeiten hoher Solarproduktion anreizen. Voraussetzung: Die Viertelstundenwerte müssen am Zählpunkt aktiv sein, damit der Rabatt automatisch angewendet werden kann.
T-1 Datenlieferung
Datenlieferung mit einem Tag Verzögerung. Smart Meter Verbrauchsdaten von Tag X sind an Tag X+1 verfügbar. Die T-1 Lieferung ist der Standard im EDA-Netzwerk und bedeutet, dass berechtigte Dritte täglich automatisch die Messdaten des Vortags erhalten — solange ein aktiver Consent besteht.
Viertelstundenwerte (15-Minuten-Werte)
Energieverbrauchs- oder Einspeisewerte, die alle 15 Minuten gemessen werden. Die Standardgranularität für Smart Meter Daten in Österreich. Durch das neue ElWG werden Viertelstundenwerte zum Standard — mit Priorität für PV-Anlagenbesitzer, Wärmepumpennutzer und Mitglieder von Energiegemeinschaften. Seit April 2025 erhalten berechtigte Dritte automatisch die kleinste verfügbare Granularität.
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Zählpunkt (Zählpunktnummer)
Die eindeutige 33-stellige Kennung (beginnt mit „AT“) für jeden Strommessstandort in Österreich. Die Zählpunktnummer identifiziert den Standort im Netz, nicht das physische Messgerät — bei einem Zählertausch bleibt die Nummer gleich. Jede Energieflussrichtung (Bezug, Einspeisung) hat einen eigenen Zählpunkt. Die Nummer ist der Schlüssel für den Datenaustausch über das EDA-Netzwerk.
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